Private Krankenversicherung – So klappt der Wechsel in die Gesetzliche

KrankenversicherungWer privat krankenversichert ist hat keinen Anspruch auf ein Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung, auch wenn ein Elternteil dort versichert ist! Folglich müssen die Zwillinge entweder ebenfalls privat oder freiwillig gesetzlich versichert werden. Das heißt die Familie muss mit einer monatlichen Mehrbelastung von ca. 150 EUR / Kind rechnen.
Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll einen Wechseln von einer privaten in eine gesetzliche Krankenversicherung zu prüfen. Auch wenn man im Internet viel darüber liest, dass es kaum möglich ist – so gibt es dennoch einen guten Weg den Wechsel erfolgreich durchzuführen. Folgende Voraussetzungen müssen allerdings erfüllt sein:

  1. Man befindet sich in einem Angestelltenverhältnis (keine Beamten oder Freiberufler/Selbständige)
  2. Man ist jünger als 55 Jahre

Wenn diese beiden Voraussetzungen erfüllt sind, dann ist ein Wechsel durchaus möglich. Bis zum 31.07.2013 war so ein Wechsel nur mit deutlichen finanziellen Nachteilen möglich, denn der Privatversicherte musste sein Jahreseinkommen durch Teilzeit / Auszeit so reduzieren, dass er unter der die Pflichtversicherungsgrenze fällt (Bezugskriterium war das Jahreseinkommen). Man musste also mindestens 1 Jahr deutlich weniger verdienen, bis ein dauerhafter Wechsel in eine gesetzliche Krankenversicherung möglich war. Gerade für viele Familien mit Alleinverdiener war dies ein absolutes K.O. Kriterium. Außerdem kam es öfters vor, dass Personen, die nur wenige Monate in Teilzeit arbeiteten zu Beginn des neuen Kalenderjahres nicht krankenversichert waren, da die Gesetzliche eine Weiterversicherung verweigerte (Ende der Versicherungspflicht) und der Betroffene keine neue private Versicherung gesucht hat („Grauzone“).

Um diese Versicherungslücke zu beheben wurde seitens des Gesetzgebers eine so genannte „Obligatorische Anschlussversicherung“ eingeführt. Seit 01.08.2013 ist dies im § 188 Abs. 4 SGB V verankert. Dieser Paragraph verpflichtet nun die gesetzliche Krankenversicherung, den Teilzeitbeschäftigten auch dann noch weiter als „freiwilliges Mitglied“ zu versichern, wenn dieser durch sein Jahresentgelt die Pflichtversicherungsgrenze übersteigt. Die Basis für die Entscheidung, ob man in einen Monat privat oder gesetzlich versichert ist, bezieht sich auf das Monatsentgelt und nicht die Summe des Jahresentgelts des aktuellen Kalenderjahres.

Was zählt zum Einkommen

Zur Bestimmung des Einkommens wird das regelmäßige Arbeitsentgelt herangezogen. Dazu zählen:

  • Arbeitsentgelt,
  • Vermögenswirksame Leistungen,
  • Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld,
  • Pauschale Überstundenvergütungen,
  • Zulagen,
  • Bereitschaftsdienstvergütungen für Klinikpersonal.

Nicht zur Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) zählen dagegen:

  • Pauschal bestimmte Direktversicherungsbeiträge,
  • Zuschläge aufgrund des Familienstandes (z.B. Kindergeld),
  • Fahrtkostenersatz,
  • Vergütungen für Überstunden.

 

TwinsNet-TIPP 1: Arbeiten Sie mindestens einen Monat Teilzeit und Reduzieren Sie ihr monatliches Gehalt so, dass es in Summe(siehe oben „Was zählt zum Einkommen“) unter der Pflichtversicherungsgrenze des aktuellen Jahres liegt. Sie haben dann im neuen Kalenderjahr die Wahlmöglichkeit, ob Sie sich wieder privat oder freiwillig gesetzlich versichern möchten!

TwinsNet-TIPP 2: Sie müssen mit ein Einritt in die gesetzliche Pflichtversicherung Ihre private Krankenversicherung kündigen (bis zu 3 Monate rückwirkend möglich)! Dies geschieht nicht automatisch!

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